Relix, Oct 1988
Guitar world, March 1988
A special Hendrix issue where Johnny is pictured with Jimi on page 31 "Holding court with Johnny Winter, backstage at Madison Quare Garden, January 28, 1970"
Musik Express/Sounds Rock-Lexikon America
Biography of Johnny Winter
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Transcript of the MusikExpress/Sounds Magazin
In der Spielweise von Johnny Winter erkannten viele seiner Anhänger die gefühlvolle Technik eines B. B. King und den intensiven, elektrisierenden Rock von Jimi Hendrix. Trotz einiger umstrittener und höchst mittelmäßiger Projekte ist Winters Name seit zwei Jahr-zehnten Synonym für einen Bluesrock-Gitarristen der Extraklasse. Seine Entwicklung brachte ihn in den letzten Jahren den traditionellen, spartanischen Blues-Formeln immer näher. Rauh und ungekünstelt verstand es der »weißeste Blues-Gitarrist der Geschichte« (NEW MUSICAL EXPRESS), über ein enormes Einfühlungsvermögen diese schwarze Musik nachzuempfinden und authentisch um-zusetzen. Eine Fähigkeit, die man Interpreten mit weißer Hautfarbe normalerweise absprach. Geboren am 23. Februar 1944 in Leland, Mississippi, und aufgewachsen im texanischen Beaumont, zeigte der 5jährige Johnny zu-nächst Interesse für die Klarinette, wechselte anschließend zur Ukulele und hielt im Alter von elf Jahren erstmals eine Gitarre in den Händen. Gemeinsam mit dem jüngeren Bruder -' Edgar Winter spielte er in verschiedenen Schulbands und trat unter Namen wie »lt & Them« und »Black Plague« auf. 1962 brach Johnny Winter ein Studium am »Lamar Technical College« ab und trampte nach Chicago, um den Blues zu erleben. Er frequentierte die einschlägigen Clubs und spielte u. a. mit Mike Bloomfield und -. Barry Goldberg. Zurück in Texas wurde erneut sein Bruder ein langjähriger Partner. Nur unterbrochen von einer Phase in Houston, Texas, wo Johnny Winter mit Tommy Shannon (b) und 'Uncle' John Turner (dr) ein Blues-Trio bildete. 1968 nahm der ROLLING STONE Notiz von der Band und beschrieb Winter als den »schielenden Albino mit dem langen, flockigen Haar, der die stürmischste Bluesgitarre spielt, die man je gehört hat.« Steve Paul, der Besitzer des New Yorker Clubs »The Scene«, las den Artikel, flog nach Texas und nahm Winter unter Vertrag. Der Kontrakt zu einer Plattenfirma ließ nicht lange auf sich warten und 1969 kam das Album »Johnny Winter« auf den Markt. Frühere Aufnahmen erschienen nach dem Top 30-Erfolg dieser Platte unter Titeln wie »Early Times«, »First Winter« und »About Blues«. Zu den Gästen der ersten offiziellen Platte - »The Progressive Blues Experiment« bestand aus Demo-Bändern - zählten neben Edgar Winter die Bluesgrößen -' Willie Dixon und Walter 'Shakey' Norton, die ihre helle Freude an Winters Verständnis für die Wurzeln des Blues hatten. Wenige Monate später produzierte der »kundigste weiße Blues-Gitarrist« (ROLLING STONE) das Doppelalbum »Second Winter«, von dem eine LP-Seite unbespielt blieb. t r eigene Songs und Cover Versionen von -- Little Richard (»Slips ,nd Slidin'«), - Chuck Berry (»Johnny B. Goode«) und - Bob Dylan (»Highway 61 Revisited«) vermittelte Winter diesmal seine Hardrock-Vorliebe (ohne den Blues je aus dem Blickfeld zu verlieren). Als Edgar Winter eigene Pläne im Kopf hatte, trennte sich Johnny von seinen Begleitern und tat sich mit den ehemaligen - »McCoys« zusammen, denen das Gitarren-Talent Rick Derringer vorstand. Derringer blieb nicht nur Mitglied für zwei LP's der neugeschaffenen »And«, sondern unterstützte Johnny Winter außerdem als Produzent seiner Platten und half ihm später bei seinen Comeback-Unternehmungen. Während die knallharte Rock-Blues-LP »And« nur wenig Käufer fand, kletterte der Mitschnitt »And Live« in höchste Charts-Regionen und erlangte Gold-Status, obwohl die Platte nicht nur wegen des »abwechslungslosen Gesangs« (SOUNDS) enttäuschte. Die wachsende Popularität, die ausverkauften Konzerthallen und das ständige Lob in den Musikmedien verkraftete Johnny Winter nur schwer. Der hektische Lebenswandel und das Herion brachten ihn schließlich ins Krankenhaus. Zwei Jahre benötigte Winter, um sich einigermaßen zu erholen. Für »Still Alive And Well« engagierte er Randy Jo Hobbs (b) und Richard Hughes (dr). Als prominente Gäste halfen -- Todd Rundgren und der Jazz-Flötist Jeremy Steig. »Sein kerniger Bluesrock«, schrieb SOUNDS, »klingt noch genauso unverbraucht wie früher.« Das Songmaterial bestand u. a. aus einem eigens für ihn von Mick Jagger und Keith Richards komponierten Titel (»Silver Train«), einer weiteren »Rolling Stones«-Adaption (»Let lt Bleed«) und dem Bluesklassiker »Rock Me Baby« von 'Big Boy' Arthur Crudup. Nach »Still Alive« stabilisierten sich die Leistungen von Winter. »Saints And Sinners« wurde als »eines seiner letzten großen Alben« (ROLLING STONE) eingeschätzt. Über seine 74er Europa-Tournee - bei der Floyd Radford als zweiter Gitarrist eine Bereicherung darstellte - urteilte die FAZ: »Wie er seine Improvisationen über dem unverwüstlichen Kadenzschema aufbaut, die Technik, die ihm dabei zu Gebote steht - das ist ein-malig. Jeder einzelne Durchlauf der zwölftaktigen Harmoniefolge (Chorus) ist ein kleines, in sich abgeschlossenes Kunstwerk«. Ende '74 gab Johnny Winters Gesundheitszustand erneut Anlaß zur Besorgnis. Wieder mußte er sich für 18 Monate zurückziehen. Seine Plattenfirma überbrückte die Pause mit »Captured Live!«. Mit Bruder Edgar, der ihn in den Charts längst überflügelt hatte, nahm er 1976 seine Lieblingssongs für die LP »Together« auf. Die Umsätze blieben mäßig und verschlechterten sich bei den folgen-den Tonträgern. Seine enge Freundschaft zu -. Muddy Waters äußerte sich erstma lig 1977. Wate, -teilte ihm für »Nothin' But The Blues« seine exquisite Band zur ügung und wirkte als Gastsolist mit. Im Gegenzug produzierte Winter bis 1981 drei LP's von Waters und trat sporadisch in dessen Live-Gruppe auf. Winter tourte regelmäßig mit eigener, häufig umbesetzter Formation, doch als 1981 sein Plattenvertrag nicht verlängert wurde, schwand das Interesse der Öffentlichkeit an dem »meisterhaft gespielten, traditionellen, schnörkellosen und erotisierenden Blues« (STEREO). Hin und wieder tauchte er in den Studios auf und unter-stützte Edgar Winter, Dan Hartman, Michael McDonald, Neil Sedaka und Nils Lofgren. Das Folk- und Blues-Label »Alligator« gab ihm 1984 eine neue Plattenchance, Johnny Winter konnte für »Guitar Slinger« erstklassige Texas-Blues-Musiker wie Bassist Johnny B. Gayden und Drummer Casey Jones von der - Albert Collins-Band »Icebreakers« und Keyboarder Ken Saydak (Lonnie Brooks) gewinnen. Johnny Winter zog auch auf den folgenden Alben »Serious Business« und »3rd Degree« »alle Register innerhalb urbaner Blues-Stile« (JAll PODIUM). Für »3rd Degree« brachte Winter mit Shannon (1983/84 aktiv für Stevie Ray Vaughan) und Turner sein Team von 1969 wieder zusammen.
THE PROGRESSIVE BLUES EXPERIMENT (1969) Sunset 50264 * JOHNNY WINTER (1969) CBS 63619 * SECOND WINTER (1969) CBS 66231 * AND (1970) CBS 64117 * ... AND LIVE (1970) CBS 64289 * STILL ALIVE AND WELL (1973) CBS 65484 * SAINTS AND SINNERS (1974) CBS 65842 * JOHN DAWSON WINTER (1974) CBS 80586 * CAPTURED LIVE (1976) Blue Sky 69230 * NOTHIN' BUT THE BLUES (1977) Blue Sky 82141 * WHITE, HOT & BLUE (1978) Blue Sky 82963 * RAISIN' CAIN (1980) Blue Sky 84103 * GUITAR SLINGER (1984) Sonet, INT 147.144 * SERIOUS BUSINESS (1985) Sonet, INT 147.150 * 3RD DEGREE (1986) Sonet, INT 147.156 * THE WINTER OF '88 (1988) MCA 255 932-1 * (S) FIRST WINTER (1969) Buddah, BDS 7513 * (S) EARLY TIMES (1969) Bellaphon, BLPS 19023 * (S) ABOUT BLUES (1969) Bellaphon, BLPS 19031 * Mit Edgar Winter: TOGETHER (1976) Blue Sky 81338




